Der falsche Robin Hood

Mehr Troubles für TikTok und weniger Steuern für Deutschland

Der falsche Robin Hood

Der Namensgeber dieser App war eigentlich ein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, doch dieses Image ist bei Robinhood gerade in Gefahr. Die 2013 im Silicon Valley gegründete Trading-App wird seit dem Börsencrash im März von vielen nicht nur für längerfristiges Investieren, sondern speziell für das kurzfristige Handeln von Wertpapieren genutzt. Die einfache Bedienung lädt besonders Anfänger zum Trading ein. Das läuft für viele ziemlich gut, wenn man dem Reddit-Forum Wall Street Bets glaubt – andere haben dadurch zum Teil ihre Existenzen verspielt, wie die New York Times kürzlich berichtete. Ein Mann nahm sich vor einigen Wochen das Leben, nachdem er 370.000 US-Dollar verloren hatte. Robinhood hat aus Sicherheitsgründen bereits kugelsichere Wände im Büro installieren lassen. Gestern gab das Startup bekannt, die Expansion nach Großbritannien vorerst abzusagen, um sich auf den US-Markt zu konzentrieren. Offensichtlich gibt es dort noch genug Hausaufgaben zu erledigen. Das Interesse wäre jedenfalls da, auf der Warteliste für den UK-Start hatten sich seit November 250.000 Personen registriert.

TikTok-Widerstand

Die Social-App TikTok wird allmählich zum Spielball im Konflikt zwischen den USA und China. Die US-Regierung will die App verbieten, weil der Betreiber ByteDance in China ansässig ist und deshalb die Sorge um Überwachung und Datenschutz groß ist (und wenn die USA in der Sache schon einmal Bedenken hat…). Auch wenn ByteDance diese Bedenken immer wieder aus dem Weg räumen will, geht man davon aus, dass die chinesische Regierung sich trotzdem Zugang zu den Daten verschaffen könnte. Indien hat TikTok bereits gesperrt, neben USA überlegt jetzt auch Pakistan den Schritt. Um das zu verhindern, hat ByteDance seine Lobbying-Aktivitäten in Washington, DC bereits verstärkt.

Die Eckpunkte des EU-Budgets

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich gestern auf das Corona-Hilfspaket geeinigt. Zu dem Mehrjährigen Finanzrahmen, also dem Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027, in Höhe von 1,074 Billionen Euro kommen 750 Milliarden Euro für den Wiederaufbaufonds hinzu. 360 Milliarden Euro davon sind für Hilfskredite vorgesehen, 390 Milliarden Euro für nicht rückzahlbare Zuwendungen. Für die Beantragung der Kredite müssen die Staaten Investitions- und Reformpläne vorlegen. Die Rechtsstaatlichkeit als Bedingung wurde so schwammig formuliert, dass auch Ungarn und Polen schließlich zugestimmt haben. Wofür das EU-Budget in den nächsten Jahren im Detail eingesetzt wird, hat Politico aufgelistet. Ein Drittel soll jedenfalls in Verbindung mit dem Klima-Schutz stehen.

Weniger Steuereinnahmen durch Corona und Wirecard

Es ist so ein angenehm überraschendes Gefühl, wenn man vom Finanzamt die Nachricht erhält, dass man im Vorjahr zu hohe Steuerzahlungen geleistet hat. So geht’s jetzt auch Wirecard: Das Unternehmen hat durch die aufgeblasenen Bilanzen folglich zu hohe Steuern gezahlt, weshalb es jetzt zu einer Rückforderung kommen könnte. Schlechte Nachrichten für den Bund, der im ersten Halbjahr Corona-bedingt laut Zahlen des Finanzministeriums 9,1 Prozent weniger Steuereinnahmen hatte.

Und weiters

Silber hat heute mit 22,84 US-Dollar den höchsten Wert seit sieben Jahren erreicht, Gold steht mit 1.865 US-Dollar kurz vor dem höchsten Wert seit 2011. (Finanzen.net)

Ebay verkauft sein Kleinanzeigen-Geschäft für 9,2 Milliarden US-Dollar an Adevinta, das zum norwegischen Schibsted-Konzern gehört. (Bloomberg)

United Airlines meldet für das vergangene Quartal einen Verlust in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar, der Umsatz ist im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 um 90 Prozent zurückgegangen. (CNN)

Coca Cola meldet das schwächste Quartal seit 30 Jahren, der Umsatz sank um 28 Prozent auf 7,2 Milliarden US-Dollar. (CNBC)


Einen verlustfreien Mittwoch wünsche ich euch!

Lisa

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