Erstes Geständnis im Fall Wirecard

Lockdown-Boom bei Zalando und Netflix

Geständnis im Fall Wirecard

Es sickern weitere Details zum Absturz des Konzerns durch. Der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz soll schon im Februar 2019 über Ungereimtheiten bei Wirecard informiert worden sein. Der inhaftierte Ex-Chef einer Wirecard-Tochter in Dubai soll ein Geständnis abgelegt haben: „Mein Mandant hat sich freiwillig dem Verfahren gestellt und steht - im Gegensatz zu anderen - zu seiner individuellen Verantwortung”, so sein Anwalt. Dieses Geständnis ist hoffentlich aufschlussreicher als die Chatnachrichten von Jan Marsalek, die das Handelsblatt gestern veröffentlicht hat.

Noch ein Bilanzskandal

Auch die burgenländische Bank Commerzialbank Mattersburg hat Bilanzen gefälscht. Die Finanzmarktaufsicht hat das Bankgeschäft am Mittwoch gesperrt, offenbar sollen Fantasiekredite erstellt worden sein – heißt, mehr als die Hälfte der Bilanzsumme, 400 Millionen Euro, haben wahrscheinlich nicht existiert. Neben Privatkunden sind auch größere Firmen davon betroffen: Frequentis hat bei der Commerzialbank Einlagen in Höhe von 31 Millionen Euro und betonte nach Bekanntwerden des Skandals, dass das operative Geschäft dadurch nicht betroffen sei. Weniger klar ist das beim zu Eventim gehörenden Novarock-Veranstalter Barracuda, der 34 Millionen Euro bei der Bank hatte.

Und weiters

Airbnb nimmt seine Pläne für den Börsengang wieder auf. (New York Times)

“We’re not committing to going public this year, but we’re not ruling it out, either,” – “When the market is ready, we will be ready, because Airbnb was down but we were not out.” (Airbnb-CEO Brian Chesky)

Netflix hat im zweiten Quartal 10,2 Millionen neue Abonnenten gewonnen, warnt aber davor, dass das Wachstum in den kommenden Monaten nach dem Lockdown gebremst sein dürfte. Das Unternehmen hat außerdem einen neuen Co-CEO. (The Verge)

Zalando rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatz-Plus von 26 bis 28 Prozent und erhöht deshalb die Jahresprognose auf 15 bis 20 Prozent. (Gründerszene)

Beim EU-Gipfel diskutieren die Staatschefs heute über den 750 Millionen Euro starken Wiederaufbaufonds. (Standard)

Krebs on Security analysiert, wer hinter dem großen Hack bei Twitter am Mittwoch stecken könnte. Das FBI ermittelt bereits.

Der EuGH hat das sogenannte Privacy Shield für ungültig erklärt – das heißt aber nicht, dass Facebook keine Daten aus der EU mehr in die USA schicken darf. Notwendige Datenübermittlungen dürfen weiterhin stattfinden, erklärt Max Schrems’ Datenschutzverein. (Trending Topics)

Fürs Wochenende

Donald Trumps Nichte Mary hat diese Woche ihr Buch über den US-Präsidenten veröffentlicht: „Too Much and Never Enough: How My Family Created the World's Most Dangerous Man“, vielversprechender Titel.

Und als Ohrwurm für die falschen Cash Machines der Wirecard und der Commerzialbank:


Schönes Wochenende!

Lisa