Nicht mehr so reich und trotzdem noch schön

Historische Verschuldung in den USA, Kartellverfahren für Google und Beauty trotzt Pandemie

Auf der Watchlist

Nach den Rekordwerten im August ist jetzt auch an den US-Börsen die Herbststimmung eingekehrt, Donnerstag war der schwächste Tag seit Juli. Sollte die Rally zumindest vorübergehend pausiert sein, dürfte sich die ein oder andere Kaufgelegenheit anbieten. Apple verlor gestern acht Prozent und hatte seinen schlechtesten Handelstag seit März, Tesla hat in den vergangenen drei Tagen 18 Prozent verloren. Beide Unternehmen haben vor einigen Tagen ihre Aktiensplits vollzogen, was einen “günstigeren” Einstieg ermöglicht.

Kartellverfahren gegen Alphabet naht

Das US-Justizministerium will laut Medienberichten schon in einigen Wochen Klage gegen Alphabet wegen kartellrechtlicher Verstöße einbringen.
Kontext: Seit Monaten beschäftigt sich die Justiz mit möglichem Machtmissbrauch der US-Techkonzerne, Alphabet scheint es mit der drohenden Klage als erstes zu treffen. Justizminister Barr soll gefordert haben, die Prüfungen im September abzuschließen, um bald das Kartellverfahren einzuleiten. Insidern zufolge halten das die beteiligten Anwälte für zu früh und Barrs Motivation für das rasche Handeln könnten die anstehenden Wahlen sein. Einige der beteiligten Anwälte haben deshalb offenbar das zuständige Team verlassen.

Weitere News

In Deutschland sank die Zahl der Kurzarbeiter im August laut Ifo um eine Million auf 4,6 Millionen. (Spiegel)

Die USA rechnen für 2021 mit einem Anstieg der Staatsverschuldung auf 21,9 Billionen US-Dollar. (Axios)
Kontext: Das würde 104 Prozent des BIP entsprechen, erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges würde dieser Prognose zufolge die Verschuldung die Wirtschaftsleistung übersteigen. Das Budgetdefizit für das Jahr 2020 liegt laut dem Haushaltsbüro des US-Kongress bei 3,3 Billionen US-Dollar und hat sich damit im Vergleich zu 2019 verdreifacht.

Der Anteil der Frauen in den Vorständen von österreichischen börsennotierten Unternehmen hat seit Jahresbeginn leicht abgenommen, in 45 von 58 Unternehmen ist keine Frau im Vorstand vertreten. (Kurier)
Kontext: Aus dem EY Mixed Leadership Barometer geht hervor, dass die Zahl der Frauen unverändert blieb, aber neun Männer neu in Vorstände aufgenommen wurden. Die Studienautoren begründen diese Entwicklung damit, dass die Corona-Krise zu einer Rückkehr traditioneller Geschlechterstereotype geführt habe.

Google gibt die Digitalsteuer, die einige EU-Länder bereits umsetzen, an die Werbekunden weiter. (Business Insider und Standard)
Kontext: Österreich nahm in den ersten fünf Monaten seit Einführung der Steuer 20 Millionen Euro damit ein, berichtet der Standard über Zahlen des Finanzministeriums.

Facebook erlaubt in der Woche vor der US-Präsidentschaftswahl keine politische Werbung. (The Verge)
Kontext: Der Konzern reagiert damit auf die Vorwürfe, zu viel Einfluss und zu wenig Kontrolle bei politischen Botschaften und Falschinformationen auf der Plattform zu haben.

Fürs Wochenende

Die Pandemie und Rezession bremst zumindest die Kosmetikbranche nicht ein, prominente Namen wie Selena Gomez und Lauren Conrad haben in den vergangenen Wochen neue Marken gestartet. Auch dabei ist der renommierte Makeup-Artist Mario Dedivanovic, dem der New Yorker ein langes, lesenswertes Porträt gewidmet hat.

The packaging for his brand, Makeup by Mario, had been finalized when, in March, New York City went on lockdown. Overnight, Dedivanovic, who lives on the Upper East Side, found himself without an income. He cancelled his celebrity bookings and scuttled the remaining Masterclass sessions on the calendar. The industry was in chaos. It seemed ludicrous to painstakingly dab on concealer that would be covered by a mask. Still, he believed that there was a need for a line that would enable beauty enthusiasts to do their faces like professionals. When things are chaotic, order and ritual become even more crucial. “I’m creating a legacy brand,” he told me. “Every product is going to help people out there to fix things and to clean things up.”


Ein schönes Wochenende, literally :)

Lisa