Utopia ist ein leistbares New York

Sinkende Immobilienpreise und Börsenneulinge auf der Watchlist

Utopia ist ein leistbares New York

In einer von Fernweh geplagten Nacht habe ich diese Woche eine Reise nach New York geplant und sogar ein Hotel gebucht (natürlich mit kostenfreier Stornierung). Für 100 Euro pro Nacht kriegt man im Herbst in einer netten Gegend ein sauberes Zimmer, das war die vergangenen Jahrzehnte unmöglich. Und auch der Austrian-Flug von Wien nach New York im Oktober ist rund 200 Euro billiger als bisher. Bleibt nur die Frage offen, ab wann die Einreise in die USA wieder möglich und vor allem sinnvoll ist.

Der Pandemie-bedingte Preissturz ist auch bei den Immobilienpreisen zu sehen. Der durchschnittliche Verkaufspreis von Objekten in New York sank im zweiten Quartal um 17,7 Prozent auf eine Million US-Dollar, dem niedrigsten Wert seit einem Jahrzehnt.

There may be more lasting changes in the months to come. The share of all-cash buyers dropped to 41 percent, down from an average of about 50 percent over the last several years, Mr. Miller said. That could have major implications for the luxury market, which had been propped up by investment buyers who typically bought without financing. (New York Times)

Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich im ebenso teuren San Francisco ab, wo die Immobilienverkäufe zurückgehen und die Mieten aufgrund des Home-Office-Trends stark sinken.

Wirecard-Update

Bei Wirecard springen mittlerweile die ersten Partner ab, Aldi Süd sucht schon nach einem neuen Zahlungsabwickler. Das macht natürlich den Verkauf der Assets im Insolvenzverfahren schwierig, die Deutsche Bank will aber behilflich sein. Indes wird immer deutlicher, dass die namhaften Kunden nur einen kleinen Teil des Geschäfts bei Wirecard ausmachte, der Großteil über die dubiosen Partner in Asien kam. Und neue Recherchen zeigen, dass hunderte Millionen Euro durch kaum geprüfte Deals und Kredite abhanden kamen.

Schlussendlich überwies Wirecard "nur" 315 Millionen Euro. Der Deal war der SZ zufolge jedoch so intransparent, dass auch KPMG nie herausfand, wo das Geld landete. Ex-Vorstand Jan Marsalek gab zu Protokoll, es sei nicht üblich, die Hinterleute zu ermitteln. Der damalige Finanzvorstand Burkhard Ley meinte, nach Verantwortlichen habe man nie gefragt – nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. (Standard)

Auf meiner Watchlist

Die nächste Zeit beobachte ich die Börsenneulinge Nikola und Lemonade intensiver. Lemonade ist ein Versicherungs-Startup aus den USA und schloss gestern den ersten Handelstag an der Börse mit einem Plus von 140 Prozent. Nikola ist ein Hersteller von Hybrid-Fahrzeugen und seit Anfang Juni an der Börse. Gestern fiel der Kurs um 13 Prozent, während Semi-Konkurrent Tesla nach Veröffentlichung der Quartalszahlen um 8 Prozent auf einen neuen Rekordwert stieg.

Und weiters:

Der Corona-Skandal und die Zwangsschließung des Hauptstandortes bei Tönnies bringt auch die Internationalisierungspläne des Unternehmens ins Stocken. (Handelsblatt)

Wer sich für das Podcast-Geschäft interessiert: Die beiden österreichischen Journalisten Tatjana Lukas und Bernhard Madlener haben mit Podcastwelt eine Branchenplattform für Podcasts im deutschsprachigen Raum gestartet und tragen damit zur Professionalisierung des Trends bei.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg will sich mit den boykottierenden Werbekunden treffen, glaubt aber laut internen Informationen nicht, dass der Protest lange anhalten wird. (The Information)

Fürs Wochenende

Jeffrey Epsteins Verbündete Ghislaine Maxwell wurde gestern festgenommen. Deshalb ist für alle, die es noch nicht gesehen haben, jetzt der richtige Zeitpunkt für die Netflix-Doku Filthy Rich, die das Epstein-System aufarbeitet:

Schönes Wochenende,

Lisa