Elon Musk sucht in Deutschland nach einem Impfstoff

Rocket Internet geht von der Börse, kein Deal für Gitti

Musk auf Deutschland-Tour

Beinahe-Corona-Leugner Elon Musk ist seit gestern in Deutschland unterwegs. Er besucht das seit kurzem börsennotierte Biotech-Unternehmen Curevac, zu dem der Tesla-Chef bereits Beziehungen hat. Denn vor drei Jahren übernahm Tesla den deutschen Anlagenbauer Grohmann, der Curevac zu seinen Kunden zählt. Grohmann baut für Curevac sogenannte mRNA-Drucker, die innerhalb kurzer Zeit das für den Covid-19-Impfstoff mRNA produzieren. Ursprünglich wollte Tesla das Projekt Berichten zufolge bei der Übernahme abdrehen, jetzt schmückt sich Musk mit dem mittlerweile prominenten Kunden. Curevac will den Impfstoff im Frühjahr 2021 auf den Markt bringen und hat dafür schon einen Vertrag mit der EU abgeschlossen. Nach seinem Besuch bei Curevac in Tübingen reist Musk heute nach Grünheide bei Berlin, wo die neue Tesla-Fabrik entsteht.

Rocket Internet geht von der Börse

Rocket Internet kündigte am Dienstag seinen Rückzug von der Börse an. Oliver Samwer, Gründer des Startup-Konzerns, wird mit seiner Holding seine Aktien behalten. Das Rückkaufangebot soll bei 18,57 Euro pro Aktie liegen, der Schritt soll bei der Hauptversammlung im September besiegelt werden, Samwer selbst hat dafür mit seinen Anteilen die Mehrheit.
Kontext: Gerüchte, dass Samwer Rocket Internet von der Börse nehmen will, gab es schon länger. Das Rückkaufangebot sorgt für Verärgerung bei den Aktionären. Beim Börsengang im Jahr 2014 hatte Rocket einen Ausgabepreis in Höhe von 42,5 Euro, die Marktkapitalisierung sank in den vergangenen Jahren von 6,7 Milliarden auf 2,6 Milliarden Euro. Für den Finanzstandort Deutschland ist der Abschied ein weiterer Rückschlag. Der Konzern kommentiert seine Entscheidung für das Börsenende so:

Außerhalb der Börse wird es der Gesellschaft möglich, sich unabhängig von temporären Umständen, auf denen der Fokus des Kapitalmarkts liegt, besser auf eine langfristige Entwicklung zu konzentrieren.

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Kontext: Das 2014 gegründete Startup strebt eine Bewertung von mindestens sechs Milliarden US-Dollar an, bei der letzten Finanzierungsrunde wurde Bumble vergangenes Jahr mit drei Milliarden Dollar bewertet.

Kein Deal für Gitti: Der Nagellack-Hersteller war das erste Startup bei der TV-Show “Höhle der Löwen”, bei dem alle Investoren sich für den Finanzierungsvorschlag anboten. Gründerin Jennifer Baum-Minkus entschied sich für Investorin Judith Williams. Der Deal kam laut Gründerszene aber nicht zustande, da Gitti bei den Verhandlungen eine höhere Bewertung erzielen wollte. (Gründerszene)

Videokonferenz-Anbieter Zoom meldet für das zweite Quartal ein Umsatz-Plus von 355 Prozent. (Business Insider)


Bis bald,

Lisa